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Angedacht

Eine tiefere Wahrheit

Das Fest Kreuzerhöhung am 14. September, das sich als Gedenktag in katholischen wie evangelischen Kalendern findet, auch wenn es evangelisch kaum mehr eine Rolle spielt, hat antike Ursprünge. Der Legende nach soll Kaisermutter Helena am 13. September 326 das Kreuz Christi in Jerusalem gefunden haben; neun Jahre später wurde am 13. September 335 die von Kaiser Konstantin in Auftrag gegebene Auferstehungskirche – heute besser bekannt als Grabeskirche – geweiht. Einen Tag später wurde in dieser Kirche das Kreuz Christi zum ersten Mal erhöht, das heißt den Gläubigen zur Verehrung gezeigt. Die weitere Geschichte des Kreuzes bis zu seinem Verschwinden ist eine Geschichte von militärischen Niederlagen und Siegen, die uns nicht weiter interessieren muss.

Wichtiger ist, was uns, was mir das Kreuz heute bedeutet. Welchen Stellenwert hat es? Das Foto aus einer Kirche gibt eine spannende Antwort: Das Kreuz überragt die Skulptur eines auferstandenen Christus, segnend und mit Siegesfahne, der am Fuß des Kreuzes leicht übersehen werden kann. Bei dieser Anordnung irritieren die Proportionen, besonders wenn ich das Dargestellte auf das Verhältnis von Kreuz und Auferstehung übertrage.

Der Glaube an die Auferstehung ist der Kern des christlichen Glaubens, wie es Paulus unmissverständlich im ersten Korintherbrief (15,13-14) sagt: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube.“ Im gleichen Korintherbrief schreibt Paulus aber auch (1,18): „Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft.“

Es gibt keinen Gegensatz von Kreuz und Auferstehung. Wenn wir das Kreuz erhöhen, das heißt es verehren, verehren wir Christus, der an diesem Kreuz für uns gelitten hat und gestorben ist und uns durch seine Auferstehung zu neuem Leben erlöst hat. Mag das Kreuz für manche auch abschreckend sein, es gehört zum christlichen Glauben ebenso wie der Glaube an die Auferstehung.