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Angedacht

Faszination Himmel

Der Himmel hat die Menschen schon immer fasziniert. Davon legt die Himmelsscheibe von Nebra beredtes Zeugnis ab. Am 4. Juli 1999 wurde sie auf dem Mittelberg in der Nähe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden. Seit 2013 gehört sie zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Die Scheibe ist zwischen 3.700 und 4.100 Jahre alt und so die zweitälteste bekannte Himmelsdarstellung. Zu sehen sind ein Vollmond und ein zunehmender Mond, ein Halbbogen für den Sonnenuntergang (der rechte Halbbogen für den Sonnenaufgang ist verloren gegangen) sowie eine Sonnenbarke und eine Vielzahl von Sternen.

Aller Wahrscheinlichkeit diente die Himmelsscheibe religiösen Zwecken, bevor sie vermutlich vor rund 3.600 Jahren vergraben wurde. Wir wissen sehr wenig über das Leben der Menschen vor 3.600 Jahren. Wie wir heute konnten die Menschen Nacht für Nacht den Sternenhimmel sehen. Man sah in den Gestirnen des Himmels Mächte am Werk, die man kultisch verehrte. Und die Bewegungen der Himmelskörper sind auch heute noch für manche Menschen wichtig. Das zeigt das Interesse an Horoskopen und Mondkalender oder auch die zahlreichen Feiern zur Sommersonnenwende in diesem Monat. Dem widerspricht jedoch in der jüdisch-christlichen Tradition die Schöpfungsgeschichte. Sonne und Mond dienen auch dort zur Einteilung in Tag und Nacht, doch haben sie keine Macht, sondern sind Teil der Schöpfung Gottes. Wenn wir heute in den Himmel blicken, schauen wir auf zu dem, der größer ist als der Himmel mit Sonne, Mond und Sternen: auf Gott selbst. Das macht auch der Feiertag Christi Himmelfahrt deutlich. Denn Christus ist nach seiner Himmelfahrt nicht irgendwo zwischen Sonne, Mond und Sternen, sondern er ist bei Gott, seinem Vater.

Er ist nicht Teil des Himmels, sondern Herr über den Himmel und seine Gestirne, wie es in einem alten Lied heißt: „Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chören über allen Cherubim; in der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen, denn der Vater gab es ihm.“ Der Himmel und Erde in den Händen hat, ist der, der in einem hilflosen Kind Mensch geworden ist und sich am Kreuz zwischen Erde und Himmel hängen ließ, uns zu erlösen. Gott ist in Jesus Mensch geworden, uns alle in den Himmel zu führen.