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Angedacht

Wegweiser zu Gott

Die Weihnachtsgeschichte ist ohne Engel nicht denkbar. Sie verkünden Maria die Empfängnis Jesu. Sie weisen Josef den Weg – bei Maria zu bleiben und mit der Familie nach Ägypten zu flüchten. Sie verkünden den Hirten auf dem Feld die Weihnachtsbotschaft. Engel sind Boten der Hoffnung. Ohne ihr Wirken bleibt die Heilsbotschaft im Verborgenen.
Dabei sind Engel vielfältiger, als Künstler und Künstlerinnen sie über Jahrhunderte hinweg dargestellt haben. Denn jeder Mensch kann ein Engel sein.
Ich, ein Engel? Den Gedanken weise ich spontan weit von mir. Ein Engel mit „B“ am Anfang, sagte meine Mutter früher. Aber wenn ich ernsthaft nachdenke – ist das wirklich so abwegig, dass jeder Mensch ein Engel sein kann?
Ich glaube nicht. Schauen wir einmal auf die Engel im Umkreis der Weihnachtsgeschichte. Was machen sie? Sie verkünden Gottes Botschaft. Gottes Botschaft der Hoffnung. Dazu bin ich auch aufgerufen. „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“, heißt es im 1. Petrusbrief (1. Petrus 3,15). Wenn ich mich damit überfordert sehe, muss ich mich kritisch fragen, wie groß die Hoffnung ist, die mich erfüllt. Dann sind Engel Ratgeber, die Josef davor bewahren, falsche Entscheidungen zu treffen. Auch das kann ich sein: Ratgeber für Menschen in meiner Umgebung, die Rat und Hilfe brauchen. Und Engel sind Wegweiser. Zu Gott, der das Leben ist. Menschen können Engel sein, wenn sie durchsichtig werden für Gott; wenn andere durch ihr Reden und Handeln eine kleine Ahnung davon bekommen, wie Gott ist.
 Michael Tillmann