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Angedacht

Faszination Bibel

 Dass erst durch die Reformation Martin Luthers die Bibel in Nationalsprachen übersetzt wurde, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Schon vor dem 16. Jahrhundert gab es Übersetzungen oder Teilübersetzungen ins Ungarische, ins Tschechische oder ins Englische und rund 70 deutsche Teilübersetzungen. So groß war der „Wildwuchs“, dass sich verschiedene Päpste veranlasst sahen, Übersetzungen in die Umgangssprachen zu verbieten bzw. zu untersagen, dass Laien Bibelübersetzungen besaßen oder in ihnen lasen. Deshalb kommt der Reformation für das Studium der Bibel durch den einzelnen Menschen große Bedeutung zu. Um die Übersetzungen wurde in einzelnen europäischen Ländern erbittert gerungen. Alle Übersetzungen hatten eines zur Folge: Ein ständig wachsendes Interesse an der Heiligen Schrift.

Bibelübersetzungen sind kein Phänomen der Vergangenheit. Auch heute mühen sich die Kirchen beständig um Übersetzungen, die Gottes Wort den Menschen näherbringen. Luther- und Einheitsübersetzung erschienen im letzten Jahr überarbeitet, daneben gibt es eine Vielzahl anderer Ausgabe, was manchmal auch zu ärgerlichen Ergebnissen führt. Der Respekt vor dem Wort Gottes und der Wunsch, es den Lesern möglichst einfach, interessant und „schmackhaft“ zu machen, ist manchmal eine Gratwanderung. Was leider oft ausbleibt, ist die Faszination Heilige Schrift, welche die Reformation noch entfachen konnte. Daran ändern auch noch so bunte und künstlerische Gestaltungen nichts; nur eines hilft: Immer und immer wieder zu betonen und mit gutem Beispiel voranzugehen: Was du dort liest, ist existenziell wichtig für dich. Was du dort liest, kann dein Leben verändern.

 

Michael Tillmann