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Monatsspruch Februar

Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. (Römer 8,18)


Krankheit, Misshandlungen, Anfeindungen, Verfolgungen, Haft, Attentate, Unglücke, drohende Hinrichtung – was der Apostel Paulus so lapidar „dieser Zeit Leiden“ nennt, hat es in sich. Allein im Blick auf sein Leben. „Dieser Zeit Leiden“ können es auch im Leben anderer Menschen in sich haben – damals und heute: Armut, Krieg, Arbeitslosigkeit, Krankheit und vieles mehr. Das soll nicht ins Gewicht fallen gegenüber der kommenden Herrlichkeit. So konkret die Leiden, so vage die Herrlichkeit, die offenbart werden soll. So real die Leiden, so ungewiss die Herrlichkeit.

Dass Paulus diesen Satz dennoch schreiben kann, dafür braucht es einen besonderen Blickwinkel auf sein Leben. Eine Perspektive, die mehr sieht, als vor Augen scheint. Es ist wie auf dem Bild. Ein Kreuz dominiert es. Ein Kreuz, das Schatten wirft. Leid kann über sich hinaus Leben verdunkeln. Und es braucht schon einen zweiten Blick, ein genaues Hinsehen, um am Fußes des Kreuzes, fast von der Dunkelheit verschluckt, den Auferstandenen zu sehen. Er gibt dem Bild nicht die Mitte – und dennoch, davon ist Paulus überzeugt, haben die Auferstehung Jesu und das uns verheißene ewige Leben, die Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll, mehr Gewicht, als das Kreuz, als das Leid, als unsere Leiden.

Das zu glauben, darauf zu vertrauen, daraus zu leben – dafür braucht es den Blick des Glaubens. Ich möchte Gott um Augen und ein Herz des Glaubens bitten, dass ich so auf mein Leben blicke und das nicht aus dem Blickwinkel verliere, worauf ich mit gutem Recht vertrauen darf.

 

Michael Tillmann