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Monatsspruch Dezember

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.

(Jesaja 50,10)

Der Prophet, den die Theologie den „Deuterojesaja“ nennt (zweiter Jesaja, wahrscheinlich der Verfasser der Kapitel 40-55 des Jesajabuches), schreibt an die Juden am Ende oder nach dem Babylonischen Exil. Er schreibt zuallererst, um Trost zu spenden und Mut zu machen in einer als düster empfundenen Zeit. Zugleich möchte er – so glaube ich – auch Orientierung bieten. Denn wenn um einen alles dunkel ist, kann diese Orientierung schnell verloren gehen. Das kenne ich aus dem eigenen Leben. Und die Orientierung ist die Beziehung zu Gott, die Bindung an sein Wort.

Wenn in mir und um mich herum alles dunkel ist, dann wachsen die Zweifel, ob da wirklich ein Gott ist, der sich um mich sorgt. Oder ich frage mich, was ich vielleicht getan habe, dass sich Gott von mir abwendet. Beides ist verständlich und schmerzhaft. Denn zum empfundenen Leid kommt ein Gefühl des Alleinseins hinzu, das die Dunkelheit noch düsterer macht.

Ich glaube, Gott möchte nicht, dass Menschen so empfinden, und deshalb lässt er seinen Propheten die Worte des Monatsspruchs sprechen und bringt sich damit in Erinnerung. Allein sein Name verspricht Beistand. Der hebräische Gottesname, den wir übersetzen können mit „Ich bin, der ich da bin“. Oder auch der Name, den der Engel im Traum des Josefs nennt (Matthäus 1,23): Immanuel – Gott ist mit uns.

Gottes Beistand kann ich auf vielfältige Weise erfahren. Zum Beispiel in seinem Wort, von dem der Beter im Psalm (Psalm 119,105) sagt: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ Und wenn ich Gottes Beistand erfahre, möchte ich ihn nicht mehr missen und Jesu Aufforderung aus dem Johannesevangelium (15,4) gerne folgen: „Bleibt in mir und ich in euch.“

 

Michael Tillmann