Startseite | Hier sind wir | Inhaltsverzeichnis | Links | Spenden | Ihre Meinung | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung | Öffnungszeiten unserer Kirche

Monatsspruch Oktober

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken. (Hebräer 10,24)Aufeinander achtzuhaben ist Ausdruck meiner Achtung – oder wie es heute heißt: meines Respektes – vor dem Nächsten. Dabei ist das Achthaben nicht nur eine Einstellung, sondern ein bewusstes Handeln: Liebe und gute Werke – wie es der Hebräerbrief nennt. Wenn ich auf den Nächsten achte, habe ich zugleich Achtung vor Gott, denn es ist ja sein Wunsch, dass wir Menschen füreinander da sind. Achtung vor den Menschen und Achtung vor Gott sind so wenig zu trennen wie die Gottes- und die Nächstenliebe.
Und wie die Nächstenliebe nicht von der Liebe zu mir selbst zu trennen ist, so kommt in der Achtung vor dem Nächsten auch die Achtung vor mir selbst zum Ausdruck. Ich bin kein Mensch, der sich darin verliert, um sich selbst zu kreisen, sondern ich bin ein Mensch, der seine von Gott geschenkten Fähigkeiten zum Blühen bringt – zur Freude und zum Lob Gottes und zum Nutzen des Nächsten.
Ich möchte noch einen Blick darauf werfen, in welchem Kontext der Monatsspruch steht. Der Hebräerbrief wendet sich vornehmlich an Christen, die vor ihrer Taufe Juden gewesen sind. Ihre Hinwendung zu dem neuen Glauben war wahrscheinlich mit bestimmten Erwartungen auf ein besseres Leben verbunden. Nun sahen sie sich aber massiven Gefährdungen ausgesetzt – vonseiten des römischen Staates und vonseiten ihrer jüdischen Umwelt. In diese Verunsicherung hinein schreibt der Verfasser des Hebräerbriefes. Seine Antwort auf Verunsicherung und Gefährdung ist: Liebe. Die Liebe zum Nächsten, in der sich die Liebe zu Gott und zu sich selbst manifestiert.
 Michael Tillmann