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Monatsspruch März

Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien. (Lukas 19,40)
Der Monatsspruch ist entnommen der Erzählung vom Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag, wie ihn der Evangelist Lukas schildert. Die Menge begrüßt Jesu mit freudigen Rufen: „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“ Das stört die Pharisäer und sie fordern Jesus auf, die Menge zum Schweigen zu bringen – sei es, weil sie ihren eigenen Machtanspruch in Gefahr sahen oder weil sie den Unmut der Römer befürchteten, wenn von der Menge jemand als König begrüßt würde – nicht zu Unrecht. Doch Jesus antwortet mit den Worten des Monatsspruches: „Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“
Steine, die schreien, die zum Beispiel von der Größe Gottes erzählen, kennen wir auch: Prächtige Kirchengebäude sind ein Beispiel. Aber es gibt auch Steine, die schreien, weil Leid die Menschen zum Schweigen gebracht hat. Zum Beispiel die Ägidienkirche in Hannover – eine Ruine aus dem Zweiten Weltkrieg; eine einst prächtige Kirche, die bei Luftangriffen 1943 zerstört wurde. Über den Kirchenboden zieht sich das Zickzack der Schattenlinie (1993) der Künstlerin Dorothee von Windheim; sie zeigt den Schatten der spitzen Kirchenwände, wie er sich zu einer bestimmten Stunde auf dem Boden abzeichnet – und zwar zu der Stunde des Atombombenabwurfs in Hiroshima. Steine, die schreien.
Doch es gibt auch ungezählte Menschen, die durch Leid verstummen, für die nicht einmal die Steine schreien. Es ist unsere Aufgabe, ihre Stimme zu sein. Nicht nur in der Passionszeit. Michael Tillmann