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Monatsspruch Oktober

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn‘s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl. (Jeremia 29,7)

Lese ich nur den ersten Halbvers des Jeremiasatzes an die nach Babylon Deportierten, die nun dort im Exil ihr Leben führen und gestalten müssen, fällt mir als moderner Begriff das Gemeinwohl ein. So modern der Ausdruck klingt, ist er und das, was er meint, sehr alt. Wir finden ihn schon bei Aristoteles. Und es ist klar, was er meint: Das Wohl der Gemeinschaft, das über das Wohl von Gruppen und Einzelnen zu stellen ist. Doch was ist der Stadt Bestes? Steht das fest, ist das für alle gleich oder entscheidet darüber eine Mehrheit?

Der zweite Teil des Satzes bringt Gott ins Spiel. Für eine Stadt oder ein Land zu beten, ist heute nicht mehr selbstverständlich; die Vergangenheit hat viele vorsichtig gemacht. Für mich heißt das, Gott zur Sprache zu bringen in der Stadt – durch Wort und Tat. Das Gemeinwohl im Sinne Gottes und seiner Gebote zu beeinflussen. Mitten in der Welt – mag sie noch so mächtig und glänzend sein – Kirche sein: bescheiden, demütig, eindeutig.

Zum Schluss des Satzes ein Gedanke, der hochaktuell, aber – so befürchte ich – vielen fremd geworden ist. Dass es mit nicht gut gehen kann, wenn es den anderen nicht gut geht. Deshalb nehme ich zum Beispiel Rücksicht: In der Corona-Pandemie auf die Gefährdeten; in der Schule auf den, der Schwierigkeiten hat mitzukommen. Ich bin Teil einer Gemeinschaft und mache nicht nur mein eigenes Ding!