Monatsspruch
Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele. (Hebräer 6,19)
Ein Stein. Zwei Worte. „Glaube“ und „Hoffe“. Zwei Dinge, die nicht voneinander zu trennen sind. Ein Glaube ohne Hoffnung – was sollte das sein? Eine Illusion. Ein Trugbild. Nichts Handfestes wie ein Stein.
Mit diesem Stein hat es eine Bewandtnis, an die Sie sich vielleicht noch erinnern. In den ersten Wochen und Monaten der Corona-Pandemie konnte man solche Steine mit guten Botschaften oft auf Bürgersteigen und an Wegesrändern finden. In einer Zeit, in der Kommunikation – Trost spenden, Mut machen – stark eingeschränkt war: Rücksichtnahme auf die Gefährdetsten – wurden Steine zu Botschaften. Zu Hoffnungsbotschaften. Handfest. Steinfest. Pandemieresistent.
Hoffnung kann ich mir nicht selbst schenken. Wie ich mir auch nur schwer selbst Mut machen kann. Hoffnung können mir andere Menschen schenken. Hoffnung finde ich im Glauben. Hoffnung ist überlebensnotwendig, um nicht ruheloser Spielball von Ängsten und Sorgen zu werden. Wer keine Hoffnung hat, wird krank. Wer Hoffnung hat, hat immer das Quäntchen mehr Mut, um den Kopf über Wasser zu halten; hat einen Hafen, wo er sicher ankern kann.
„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, heißt es, doch das ist falsch. Denn die Hoffnung stirbt nie. Warum nicht? Weil die Hoffnung von Gott kommt. Wie die Liebe. Wie der Glaube. Was von Gott kommt, dem kann ich mich getrost anvertrauen. „Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde. (Psalm 62,6-7)
Michael Tillmann