Angedacht
Das Kreuz: Einfach himmlisch!
„Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen. … Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal.“ Diese Worte aus der Offenbarung des Johannes (21,1.3-4) sind der Horizont, unter dem wir Christen leben.
Horizont – das ist ein Wort mit zwei Bedeutungen. Der Horizont ist immer das Ziel, das wir gerade noch mit den Augen erreichen. Christen leben mit einem Ziel vor Augen, das wir nicht aus eigener Kraft erreichen können, das wir aber erreichen werden, weil Gott uns entgegenkommt. Der Horizont ist zugleich der Himmel, unter dem wir leben. Das Reich Gottes, das Johannes für das Ende der Zeiten beschreibt, hat mit Jesus schon unter uns angefangen.
Ganz am Rande des Himmelsbildes erkennen wir ein Kreuz. Gerne wird das Kreuz ausgeblendet, doch es ist das Kreuz, das dem Bild erst Kontur, Tiefe verleiht. Die Vision der Offenbarung ist keine Wolkenkuckucksheim-Träumerei, sondern geerdet – durch das Kreuz. Und zugleich ist das Kreuz die einzige Möglichkeit, in den Himmel zu gelangen, Oder besser gesagt: War die einzige Möglichkeit, denn Christus ist diesen Weg für uns gegangen. „Von allen Punkten der Erde aus bewegen wir uns auf den Himmel zu. Doch der Weg dahin ist immer der des Kreuzes“ (Johannes XXIII.).
Michael Tillmann

